BIM.Infra Kongress 2026: Geodaten als zentraler Baustein der digitalen Infrastruktur
Bereits zum siebten Mal traf sich die Fachwelt in Dresden zum BIM.Infra Kongress. Im Fokus stand die digitale Transformation von Bauvorhaben in den Bereichen Bahn, Straße und Energie mittels Building Information Modeling (BIM). Diese Arbeitsmethode bildet Bauwerke über den gesamten Lebenszyklus konsequent digital ab – von der ersten Idee bis zur Wartung.
Der Kongress vernetzt Akteure aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Neben Branchenriesen wie der Deutschen Bahn oder STRABAG waren zahlreiche Hochschulen sowie Bundes- und Landeseinrichtungen vertreten. Während das Grußwort von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder digital übertragen wurde, betonte die Sächsische Staatsministerin Regina Kraushaar vor Ort die Bedeutung moderner Infrastrukturprozesse. Sie stellte zudem die Mehrwerte der Integration von BIM und GIS in den Vordergrund und lobte ausdrücklich das Engagement des GeoSN bei der Umsetzung des Digitalen Zwillings Sachsen.
Der erste Tag verdeutlichte: Behörden und Unternehmen müssen ihre Prozesse mutig digitalisieren – es lohnt sich. Parallel dazu muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Ein weiteres zentrales Thema war der Fachkräftemangel: Wie im Geobereich sucht auch die Baubranche händeringend nach Nachwuchs und muss dafür moderne, digitale Arbeitsumfelder bieten.
Am zweiten Tag standen konkrete Umsetzungen und vertiefte Einblicke in die BIM-Methodik im Zentrum zahlreicher Workshops. Gelungene Praxisbeispiele zeigten eindrucksvoll, wie mit konsequenter Anwendung der BIM-Methode Konflikte frühzeitig erkannt, Abstimmungsprozesse effizienter gestaltet und Transparenz sowie Kostenkontrolle gesteigert werden können.
Der rote Faden für uns: Amtliche Geodaten stehen immer mehr im Fokus der Baubranche und sind ein entscheidender Baustein der End-to-End-Digitalisierung von Prozessen.
Herr Zienert griff das Thema in seinem Vortrag auf und erläuterte, welche Mehrwerte das Zusammengehen von BIM und GIS bietet. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren und schlussendlich bessere Entscheidungen. Der Digitale Zwilling Sachsen wurde hierbei als zentrale Datendrehscheibe herausgestellt. Die Kombination hochwertiger Geobasisdaten und detaillierter BIM-Modelle ermöglicht es, präzise Variantenvergleiche im realen räumlichen Kontext abzubilden, und unterstützt dadurch die datenbasierte Entscheidungsfindung bei Infrastrukturvorhaben. Darüber hinaus können durch die Anbindung von Echtzeit-Sensordaten und Simulationsmodellen komplexe 3D-Szenarien nachgebildet und Fragestellungen zu Verkehrsfluss, Lärmausbreitung oder Wetterereignissen beantwortet werden.
Der Kongress hat gezeigt: Die Vermessungsverwaltung ist ein Schlüsselakteur. Damit BIM flächendeckend gelingt, wurden auch klare Anforderungen an uns formuliert. Eine Verbesserung der Auffindbarkeit der Daten und eine länderübergreifende Harmonisierung der Bereitstellung sind hier die wichtigsten Punkte. Zudem muss der Austausch mit der BIM-Community verstetigt werden, um semantische Fragen der Datenmodelle zu klären.