Präzision im Nebel
GeoSN-Präsident zu Besuch an der SAPOS-Referenzstation Zinnwald
GeoSN is watching you. Zumindest dann, wenn der Präsident eine SAPOS-Referenzstation besucht und die Überwachungskamera den Kolleginnen und Kollegen in Dresden zuverlässig meldet, wer gerade vorbeischaut. Da hilft nicht mal Nebel, um die Visite zu verschleiern …
Im Rahmen seines jährlichen Referatsbesuchs inspizierte GeoSN-Präsident Ronny Zienert kürzlich gemeinsam mit Grit Moosdorf und Martin Köhr die bodengebundene SAPOS-Referenzstation in Zinnwald. Diese ist eine von sechs besonders stabil im Boden gegründeten Stationen im sächsischen SAPOS-Netz und bildet einen wichtigen Baustein der amtlichen Geodateninfrastruktur im Freistaat Sachsen.
Vor Ort bekam Zienert einen Einblick in die Technik hinter den hochpräzisen GNSS-Referenzstationen. Dazu gehören der GNSS-Empfänger, der gleichzeitig Signale von vier globalen Satellitennavigationssystemen verarbeitet, eine unterbrechungsfreie Notstromversorgung sowie die Netzwerk- und Kommunikationskomponenten des Landesdatennetzes, die in einem speziell ausgestatteten Outdoor-Netzwerkschrank untergebracht sind.
»Präzise Geodaten entstehen nicht von allein. Hinter der digitalen Infrastruktur, die heute für Vermessung, Bau, Landwirtschaft oder den Drohneneinsatz selbstverständlich verfügbar ist, steckt hochkomplexe Technik und vor allem das große Engagement unserer Beschäftigten. Der Besuch in Zinnwald hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Know-how und Sorgfalt dafür notwendig sind«, sagt GeoSN-Präsident Ronny Zienert.
Grit Moosdorf erläuterte außerdem die Herausforderungen beim Aufbau neuer SAPOS-Bodenreferenzstationen. Von der Standortsuche über Genehmigungen bis zur baulichen Umsetzung ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) sowie dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Der aktuelle Besuch knüpfte unmittelbar an den Präsidentenbesuch des vergangenen Jahres an. Damals stand ein Außendiensttrupp auf der Nivellementlinie 1. Ordnung in Zinnwald im Mittelpunkt, die bis in die Tschechische Republik verläuft. Mit dem diesjährigen Termin an der SAPOS-Referenzstation schloss sich der Kreis: Vom hochgenauen Nivellement zur Realisierung nationaler und europäischer Höhenbezugssysteme bis hin zur modernen satellitengestützten Geodäsie reicht das Aufgabenspektrum des GeoSN. Auf dieser Infrastruktur basiert der amtliche Raumbezug in Sachsen, der heute täglich von Vermessungsbüros, der Landwirtschaft, Bauunternehmen, Kommunen oder Drohnenpilotinnen und -piloten genutzt wird – vielfach sogar in Echtzeit.
Den Abschluss bildete ein kurzer Abstecher zum nahegelegenen Geodätischen Grundnetzpunkt auf dem Kahleberg. Dieser vereint hochgenaue Lage-, Höhen- und Schwereinformationen und gehört damit zu den bedeutendsten geodätischen Referenzpunkten Sachsens – und das seit mehr als 150 Jahren.
Und das Wetter? Nach dem Dauerregen beim letztjährigen Präsidentenbesuch zeigte sich Zinnwald diesmal von einer anderen Seite: Mitten im Hochsommer waren es frische 16 Grad Celsius bei kräftigem Wind und dichtem Nebel. Echte Erzgebirgsatmosphäre und damit beste Bedingungen, um sich ganz auf die spezielle Technik zu konzentrieren.