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Geodaten im Praxistest

Was das GeoSN vom ITOF2026 mitnimmt

Geodaten sind gefragt – und zwar ganz konkret. Wie lassen sich vorhandene Geoinformationen besser nutzen? Welche Anwendungen helfen Kommunen und Behörden im Alltag? Und was braucht es, damit aus Daten gute digitale Verwaltungsleistungen werden? Genau diese Fragen standen beim Auftritt des GeoSN auf der ITOF 2026 am 22. und 23. September am Flughafen Dresden im Mittelpunkt.

Anja Jacobi vom GeoSN im Kundengespräch
© GeoSN

Die Gespräche am GeoSN-Stand zeigten dabei zweierlei: Das Interesse an vorhandenen Angeboten ist groß. Ihre Möglichkeiten sind jedoch noch längst nicht überall bekannt. Besonders beim Geoportal Sachsenatlas und der E-Government-Basiskomponente Geodaten (GeoBaK) wurde deutlich, dass Information, Beratung und Schulungen wichtige Schlüssel für eine stärkere Nutzung sind.

Die seit Anfang des Jahres regelmäßig angebotenen Webinare sind hier ein relevanter Schritt, der auf der ITOF gezielt beworben wurde. Am 1. Oktober startet die Fortsetzung der neuen Webinarserie zum Thema »Orientierung gesucht« – Aktuelles aus dem Geoportal.

Der konkrete Bedarf nach verlässlichen Geoinformationen und deren Bereitstellung ist für das GeoSN zugleich eine wichtige Aufgabe in Sachen Kommunikation und Kooperation. Das bedeutet ganz konkret, vorhandene Angebote nicht nur bereitzustellen, sondern ihren praktischen Nutzen noch stärker zu vermitteln. Das IT- und Organisationsforum auf dem Flughafen war dabei ein erfolgreicher first Move.

»Das ITOF ist schon seit 2009 für das GeoSN ein fester Termin im Jahreskalender. Sie bringt genau die Themen zusammen, die uns auch im Behördenalltag beschäftigen: verlässliche Geodaten, digitale Technologien und die Frage, wie daraus immer bessere Verwaltungsleistungen entstehen«, sagt Ria Liebscher, Abteilungsleiterin Geodatenmanagement im GeoSN.

Mit den Digital-Lotsen-Sachsen aktiv die Digitalisierung vorantreiben

GeoSN-Abteilungsleiterin Ria Liebscher bei Ihrem Vortrag
© GeoSN

Auch auf kommunaler Ebene ergaben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte. So ging es unter anderem um den möglichen Aufbau eines Geoportals im Landkreis Zwickau und die Frage, wie vorhandene GeoBaK-Komponenten nachgenutzt werden können.

Mit den Digital-Lotsen, die beim Sächsischen Städte- und Gemeindetag verortet sind und aktiv die kommunale Digitalisierung vorantreiben, wurde darüber gesprochen, wie sich die GeoBaK in den Städten und Gemeinden des Freistaats noch besser bekanntmachen ließe. Auch hier wurden gezielte Geoportal-Schulungen als ein wichtiger Schritt ausgemacht.  

Ein weiterer Schwerpunkt in den Gesprächen am GeoSN-Stand: der Digitale Zwilling Sachsen. Während Vertreter größerer Kommunen bereits sehr konkret über bestehende Lösungen, Nutzen, organisatorischen Aufwand und benötigte Ressourcen diskutierten, ging es bei anderen Besuchern zunächst um die Grundlagen: Was genau ist eigentlich ein Digitaler Zwilling – und was kann er für die Verwaltung leisten?

Für alle Interessierten stellte Ria Liebscher vom GeoSN deshalb den Digitalen Zwilling Sachsen in einem Impuls auf der Sky Stage vor: »Digitale Zwillinge machen komplexe Zusammenhänge sichtbar und schaffen eine neue Grundlage für Planung und Entscheidungen. Mit dem Digitalen Zwilling Sachsen zeigen wir, wie Geodaten, Fachdaten und 3D-Technologien gemeinsam neue Perspektiven für eine moderne Verwaltung eröffnen.«

Wenn Geodaten direkt im Einsatz gebraucht werden

GeoSN-Referatsleiter Andreas Klenner bei seinem Vortrag auf der ITOF2026
© RadarStudios

Besonders konkrete Anforderungen kamen aus dem Bereich Polizei und Feuerwehr. Hier standen aktuelle und verlässliche Adressinformationen, die mobile Nutzung von Karteninformationen und die Möglichkeit im Mittelpunkt, Standorte und Ereignisse unkompliziert zu erfassen und räumlich zu dokumentieren.
Die Gespräche zeigen damit einen Bedarf an aktuellen, mobilen und einfach bedienbaren Geoinformationslösungen für operative Einsatzsituationen.

Wie wichtig verlässliche Geodaten auch für andere digitale Verwaltungsprozesse sind, zeigte der Vortrag von GeoSN-Referatsleiter Andreas Klenner gemeinsam mit der Sächsischen Staatskanzlei zur digitalen Grundschulanmeldung. Eine eingegebene Adresse wird dabei eindeutig lokalisiert, mit weiteren Geodaten räumlich analysiert und anschließend visualisiert. Im Hintergrund braucht es dafür konsistente Geodaten, funktionierende Schnittstellen und eine zuverlässige technische Verarbeitung.

»Die Digitale Grundschulanmeldung zeigt beispielhaft, wie aus Geodaten ein echter Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger, in dem Fall konkret für Eltern aber auch Schulleiter, entsteht. Wenn Verwaltungsleistungen digital gedacht und mit verlässlichen Geoinformationen verknüpft werden, wird Modernisierung im Alltag unmittelbar spürbar«, sagt Klenner.

Geodaten brauchen Standards – und Menschen

GeoSN-Kollegen im Austausch mit Dr. Daniela Dylakiewicz, CIO im Freistaat Sachsen
© GeoSN

Auch strategische Fragen kamen auf der ITOF zur Sprache. Im Austausch mit Dr. Daniela Dylakiewicz, CIO im Freistaat Sachsen, wurde die Rolle des GeoSN als Partner bei der weiteren Digitalisierung thematisiert. Ein wichtiger Punkt: Standards. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Standardisierung teilweise auch Anpassungen rechtlicher Grundlagen voraussetzt und deshalb ein längerfristiger Prozess ist.

Und noch eine weitere Zielgruppe zeigte Interesse am GeoSN: der Nachwuchs. So informierten sich beispielsweise Studierende der Verwaltungsfachhochschule in Meißen über Tätigkeiten und Einstiegsmöglichkeiten beim GeoSN. Damit wurde die ITOF neben dem fachlichen Austausch auch zur Gelegenheit, die staatliche Vermessungsverwaltung als zukunftsfähigen Arbeitgeber vorzustellen gemeinsam mit den vielfältigen Berufsfeldern rund um Geodaten, Vermessung und Digitalisierung.

Gute Gespräche, gute Resonanz

Olha Khalmuradova vom GeoSN im Gespräch
© GeoSN

Der GeoSN-Stand war an beiden Messetagen gut besucht. Besonders gut angenommen wurden die direkten Fachgespräche, die Demonstration des Geoportals, das Quiz sowie die Präsentation von Luftbildern und historischen Karten.
Die Mischung aus fachlichem Austausch, anschaulichen Anwendungen und interaktiven Elementen erwies sich damit als gute Grundlage für Gespräche.

Das ITOF 2026 hat vor allem eines gezeigt: Viele Lösungen sind bereits da – jetzt geht es darum, sie noch stärker in die Anwendung zu bringen. Für das GeoSN ergeben sich daraus mehrere wichtige Ansatzpunkte: Geoportal-Schulungen und Beratung zu Services der GeoBaK weiter in den Fokus rücken, den Austausch mit Kommunen und Multiplikatoren ausbauen und gemeinsam mit Partnern an Themen wie mobilen Geoinformationen, aktuellen Adressdaten, Digitalen Zwillingen und Standards weiterarbeiten.

Denn am Ende geht es nicht allein darum, was technologisch möglich ist. Entscheidend ist, welchen konkreten Nutzen Geodaten und digitale Technologien für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft schaffen können.

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