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Auf Vermessungstour an der Landesgrenze

Wenn der Chef selbst zum Vermesser wird

Vermesserteam am neuen R 980
© GeoSN

Ein weiterer Referatsbesuch in diesem Jahr führte den Präsidenten im August an die Landesgrenze zu Thüringen. Gemeinsam mit dem Referatsleiter Herrn Augsburg, Frau Poch und Herrn Unger startete die Tour bei bestem Wetter am Wahrzeichen des Vogtlandes, der berühmten Göltzschtalbrücke. Doch statt nur den beeindruckenden Anblick zu genießen, ging es direkt an die Arbeit: Der Messtrupp begab sich in das Messgebiet, welches von Herrn Böhler betreut wird, entlang der »Göltzsch« zu kritischen Grenzbereichen in und am Gewässer.

Am Abend ging es ganz klassisch in die Pension. Dort traf das Team um den Präsidenten auf die Mitarbeiter des Außendienstes des Referates 33. Denn auch der persönliche Austausch gehört zum Besuch im Außendienst. In entspannter Atmosphäre entstand ein Gespräch auf Augenhöhe. Erfahrungen wurden geteilt, Fragen beantwortet und Einblicke in die tägliche Arbeit vor Ort gewonnen.

Am nächsten Morgen warteten im Messgebiet Thierbach, unter Führung von Herrn Stockmann, bereits die nächsten Vermessungsaufgaben. Der Präsident führte eine freie Stationierung durch – und wurde dabei selbst zum »Punktesucher«. Zunächst musste ein nicht mit GNSS bestimmbarer gefundener Punkt aufgemessen werden. Nach der kontrollierten Doppelaufnahme wurde der Punkt fixiert und anschließend in das Vermessungsprojekt aufgenommen. Damit geht er als »P-Punkt« – Präsidentenpunkt – in die Vermessungsgeschichte des Referates 33 ein.

Doch damit war die Suche noch lange nicht beendet:

Mit dem GNSS-Empfänger der neuesten Generation, dem R 980, wurden gemeinsam weitere Punkte aufgespürt, die sich ähnlich einer Perlenkette aneinanderreihen. Draußen im Gelände bedeutet das aber häufig: Geduld, Erfahrung und einen guten Blick. Denn Grenzsteine, die vor Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten gesetzt wurden, sind Wind und Wetter, Vegetation und natürlichen Erdbewegungen ausgesetzt. Manche Grenzpunkte sind überwuchert, verschoben oder schlicht nicht mehr sichtbar. Dann heißt es: suchen. Mit Sondieren im Boden oder mit dem Spaten wird an den vermuteten Stellen nach den historischen Grenzpunkten gefahndet. Wurde ein Grenzstein durch Erdbewegungen verschoben, kann er im schlimmsten Fall sogar vollständig verschwunden sein. Eine Arbeit, die man nur versteht, wenn man sie selbst erlebt.

Nach dem Mittagessen führte der Weg noch in ein Messgebiet von Herrn Schulz. Durch unwegsames Gelände und dichtes Gestrüpp ging es mitten durchs Dickicht – auf der Suche nach einem Drainrohr.

Herr Zienert zeigte sich beeindruckt von den Vermessungsarbeiten an der Landesgrenze, die er an diesen beiden Tagen aktiv begleiten konnte. Sein Fazit: Jeder Chef sollte rausgehen und sich selbst ein Bild von der Arbeit seiner Teams machen.

So war an diesem Tag nicht nur das Wetter perfekt: Auch der Besuch bei den Vermessern des GeoSN bot spannende Einblicke, praktische Erfahrungen und jede Menge Gelegenheit zum Austausch.

Und wer weiß: Vielleicht bekommt der »P-Punkt« ja bald Gesellschaft …

Autor: Sabine Seiler

P-Punkt
P-Punkt  © GeoSN
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