Willkommen und Abschied im GeoSN
Frei nach Goethe gab es im GeoSN kürzlich eine Reihe nennenswerter Personalwechsel. So startete im Oktober neben zwei Auszubildenden auch zum ersten Mal in der Geschichte der sächsischen Vermessungsverwaltung eine Duale Studentin ihre Geomatiker-Laufbahn bei uns. Außerdem gab es weiblichen Führungskräfte-Zuwachs in Abteilung 1. Manja Wendler trat zum 15. Oktober ihre neue Stelle als Referatsleiterin Haushalt/Organisation an.
Die 51-jährige Diplom-Verwaltungswirtin mit einem zusätzlichen Master in Verwaltungsmanagement kommt vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, wo sie fast 16 Jahre lang als Haushälterin und davon knapp neun Jahre als Referatsleiterin Verwaltung tätig war. Da sich die gebürtige Freitalerin, die allerdings schon lange in Dresden zu Hause ist, nicht nur mit Zahlen, Listen und Mittelzuweisungen bestens auskennt, sondern auch mit historischem Kartenwerk und Planungsprozessen, freut sie sich auf die neue Herausforderung im GeoSN. Dass ihr Einstieg so kurz vor Jahresende anspruchsvoll wird, weiß sie aus Erfahrung.
Schließlich gilt es, das aktuelle Haushaltsjahr gut abzuschließen und direkt die Planung für 2026 vorzubereiten. Parallel dazu will Wendler ihr neues Team kennenlernen – immerhin hat sich die Anzahl der Kollegen, die sie jetzt als Referatsleiterin führt, im Vergleich zu ihrer bisherigen Leitungsfunktion beim LfD mehr als verdoppelt. Was ihr dabei gewiss von Nutzen ist, ist ihre Haltung als Dienstleisterin. »Als Teil der Verwaltung sehe ich mich unbedingt als Unterstützer für die gesamte Behörde«, erklärt Manja Wendler, die interdisziplinär denkt und deshalb an ihrer Arbeit schätzt, eigentlich in alle Fachbereiche reinschauen zu können. Ihre Zahlen hat die erfahrene Finanzexpertin dabei immer im Blick. »Ich hinterfrage Bedarfe und versuche möglichst nachhaltig zu beschaffen, immerhin arbeiten wir mit Steuergeldern, da braucht es höchste Sorgfalt«, betont die neue Beauftragte für den Haushalt im GeoSN. Und falls ihr die Kommastellen mal Kopfzerbrechen bereiten, dann weiß die Mutter einer Teenagertochter beim Tanzen abzuschalten oder bei der Gartenarbeit, um dann mit neuem Elan wieder in ihre Tabellen einzutauchen. Viel Erfolg im neuen Job!
Und während sich Manja Wendler mit großem Enthusiasmus in ihre neue Aufgabe vertieft, freut sich Jörg Roßberg, dass an seinem letzten Tag im Amt noch mal so viele Kollegen gekommen sind, um sich von ihm zu verabschieden.
Fast 50 Jahre hat der gelernte Vermessungsfacharbeiter mit Abitur beim GeoSN gearbeitet. Direkt nach dem Schulabschluss stieg der Dresdner am 25. August 1976 beim damaligen VEB Geodäsie und Kartographie als Azubi ein. Das Datum weiß er noch ganz genau – und wundert sich bis heute, warum der Start der Ausbildung eigentlich nicht am 1. September war, immerhin dem traditionellen Schuljahresbeginn zu DDR-Zeiten. Wann auch immer es losging – jetzt jedenfalls ist es vorbei. Seit dem 1. November 2025 ist Jörg Roßberg offiziell Rentner – und hat schon die nächsten Ziele im Blick. Endlich wieder regelmäßig Schach spielen. Trotz fehlender Praxis in den vergangenen Jahren, hat er im vergangenen Herbst das Behördenturnier im GeoSN klar gewonnen. Da wird man ihn dieses Jahr vermissen, aber vielleicht kommt er mal zu Besuch. Außerdem hält sich der 66-jährige Dresdner mit Langstreckenläufen fit. Kondition hat er noch – vielleicht auch dank seiner jahrelangen Tätigkeit im vermessungstechnischen Außendienst. Bereits zu DDR-Zeiten war Roßberg mit seinen Kollegen für die Vermessung an der Grenze zur damaligen Tschechoslowakei zuständig. Ein heikler Job zu Zeiten des Kalten Krieges, der immer unter Beobachtung durch die Stasi ausgeführt wurde. »Ab Klingenthal stieß immer ein neuer Kollege dazu – wir wussten alle, woher der kam, aber er wurde einfach ins Kollektiv integriert und packte auch mit an«, erinnert sich Roßberg. Mindestens genauso abenteuerlich war das Vermessen selbst, da die Koordinaten, die als Basis für die Winkelstreckenzüge und weitere Berechnungen dienten, unter Verschluss gehalten wurden und immer erst kurz vor knapp von einem berechtigten Kader aus dem versiegelten Schrank geholt wurden. Bei all der Geheimhaltung war dann besonders verwunderlich, dass er während seiner Armeezeit bei der NVA plötzlich Karten der DDR und der BRD inklusiver aller kritischer Infrastruktur und militärischer Anlagen zu Gesicht bekam. »Da galt damals offenbar die Devise besser kooperieren statt spionieren«, erinnert sich Roßberg. Verrückte Zeiten, aber kein Vergleich zu den Jahren nach der Wende. Die waren zunehmend von Frust geprägt. »Während wir in den Achtzigerjahren mit viel Akribie das staatliche trigonometrische Netz der DDR in 5. Ordnung aufgebaut haben – definitiv ein Höhepunkt in meinem Berufsleben – wurde das in den 90er Jahren im wiedervereinigten Deutschland erst total aufgebaut, um es dann wieder massiv zu reduzieren. Da passierte viel Unsinn«, klagt der Vermesser. Wenn er es nur mit Koordinaten, Zahlen und Berechnungen zu tun gehabt hätte, wäre ihm die Freude am Job vielleicht nachhaltiger vergönnt gewesen. So zermürbte ihn auch die zunehmende Bürokratie. »Aber ich will nicht klagen«, so Roßberg. Insgesamt schaue er auf ein erfülltes Berufsleben zurück, von dem er gern berichtet. Und der Zusammenhalt im Kollegium auch über die Dienstzeit hinaus ist im GeoSN legendär, so wird aus Erinnerung Zukunft. Happy Ruhestand, lieber Jörg Roßberg!